Thomas Sankara (1949-1987) – Staatspräsident von Burkina Faso

Black History Weeks 2017 „die afrikanische Diaspora und ihre Geschichte“ Stimmen aus Afrika und der Diaspora

 

Eine Initiative von Dr.Pierrette Herzberger-Fofana

                                                                                            

Thomas Sankara (1949-1987) Staatspräsident von Burkina Faso

©PHFMünchen. Mariam Sankara seine Witwe

 

 

Am 21.Oktober 2017 fand in Erlangen die „Black History Weeks“ statt. Anlässlich des 30.Todestages des ehemaligen Präsidenten von Burkina-Faso, Thomas Sankara wurde eine Gedenkfeier durchgeführt.

 

Marianne

Marianne

 Mathilda

Mathilda

Modupe

Das panafrikanische Frauentrio vom „Arbeitskreis Panafrikanismus München“ (AKPM) mit Frau Mathilda Legitimus-Schleicher, Frau Modupe Laja und Frau Marianne Balle Moudoumbou würdigte in einer sehr bewegenden Zeremonie die politischen Errungenschaften des verstorbenen Präsidenten. Die Veranstaltung wurde mit Zitaten und Musik des Virtuosen Kora-Spielers, Mori Dioubaté begleitet.

v.l Mori Dioubaté,Sabine Nuesser, Dr.P.Herzberger-Fofana, Mathilda Légitimus-Schleicher, , Tina Garway, Modupe Laja,Georges Poakam, und Marianne Ballé-Modoumbou

 

30 Jahre nach seinem Tod bleibt Sankara für die Nachwelt unvergesslich. Er ist eine charismatische Figur der afrikanischen Geschichte und inspiriert heute noch all demokratischen Kräfte sowie Afrikas Jugend, die sein Vermächtnis wachhalten will.

Thomas Sankara, ein junger Offizier, war vier Jahre lang Präsident Burkina Fasos, von 1983 bis zu seiner Ermordung am 15.Oktober 1987. Er war mit 34 einer der jüngsten afrikanischen Präsidenten und gab dem Land in Westafrika seinen heutigen Namen, Burkina Faso, was „das Land der Aufrechten“ (bzw. „integren Menschen“) bedeutet.

Er weckte neuen Stolz und Mut zu Veränderungen in seinen Landsleuten. Sankara war ein Mann mit Visionen und wollte sein Land von der Korruption und Hungersnot befreien.

In seiner Regierungszeit setzte er vielbeachtete Projekte um. Er förderte die Bildungs- und Gesundheitsversorgung. Die Verbesserung des Status und der Lebensbedingungen von Frauen war erklärtes Ziel seiner Politik. In der Regierung befanden sich so viele Frauen wie nie zuvor in einem demokratischen afrikanischen Land.

©PHF Erlangen “Black History Weeks” Mori Dioubaté , Till Fichtner, Dr.P.Herzberger-Fofana, Mathilda Légitimus-Schleicher, Modupe Laja, Marianne Ballé-Modoumbou

In seiner Regierungszeit setzte er vielbeachtete Projekte um. Er förderte die Bildungs- und Gesundheitsversorgung. Die Verbesserung des Status und der Lebensbedingungen von Frauen war erklärtes Ziel seiner Politik.

©PHF v.l Mori Dioubaté, Sabine Nusser, Dr.P.Herzberger-Fofana, Dr.Birgit Marenbach (Hinten) Mathilda Legitimus-Schleicher,TinaGarway, Modupe Laja,Marianne Ballé-Moudoumbou, Philomène Tabeme-Njikoufon „Black history Weeks“ Erlangen 21.10.19

 

In der Regierung befanden sich so viele Frauen wie nie zuvor in einem demokratischen afrikanischen Land. Er prangerte tradierte und gesundheitsgefährdende Bräuche wie die weibliche Beschneidung an. Er scheute sich nicht, Tabuthemen wie die Frühverheiratung von Mädchen anzusprechen und traditionelle Praktiken zu kritisieren. Am internationalen Frauentag regte er an, dass Ehemanner zum Markt gehen sollten, um zu sehen wie schwierig es ist für die Frauen den Familienkorb mit vollwertigen Lebensmitteln auszufüllen, um eine gute Mahlzeit vorzubereiten. Denn das Haushaltsgeld ist oft ein strittiger Punkt in vielen Familien und führt manchmal zu Eheproblemen.

Die Ökologie war im Zentrum seiner Politik, so z.B. die Wiederaufforstungen, um das Fortschreiten der Wüste aufzuhalten. Afrikas grüner Gürtel im Sahel geht zum Teil auf seine Initiative zurück. Die landwirtschaftliche Produktion in Burkina Faso wuchs. Thomas Sankara hatte gezeigt, dass Burkina Faso in der Lage war, sich selbst zu versorgen.

In seiner Regierungszeit entstanden Dorfkliniken und Gemeindezentren, mobile Gesundheitsteams impften 1984 in zwei Wochen mehr als zwei Millionen Kinder.

©PHF Erlangen “Black History Weeks” Mori Dioubaté Sabine Nusser, Dr.P.Herzberger-Fofana, Dr.Birgit Marenbach, Mathilda Légitimus

Er beschnitt drastisch die Privilegien der Regierungsmitglieder und schuf die Luxuslimousinen als Dienstwagen für die Minister ab – Sankara selbst fuhr einen kleinen Wagen, einen Renault 5, statt pompöser Dienstwagen.

Dieser ungestüme Präsident begeisterte die Jugend. Denn er trat nur in Uniform oder in Sportbekleidung auf, fuhr mit dem Rennrad ins Büro, spielte einmal pro Woche mit seinem Kabinett öffentlich Fußball und führte einen Nationalsporttag ein. Jeden Donnerstagnachmittag wurde die Bevölkerung aufgefordert, Sport zu treiben. Er  wollte Afrika insbesondere von dem Joch der ehemaligen Kolonialmächte befreien und es vom ständigen Einfluss der neuen Geldgeber unabhängig machen.

Er bezeichnete die ehemaligen Kolonisatoren Afrikas als diejenigen, die heute Afrika durch Schulden versklaven würden. Sankara hatte früh erkannt, dass die Entwicklungshilfe eine neue Abhängigkeit schuf.

In seiner Rede hieß es:

„Die Schuld kann nicht bezahlt werden. Wenn wir nicht zahlen, werden unsere Schuldner nicht sterben. Da können wir sicher sein. Wenn wir andererseits zahlen, dann sind wir es, die sterben. Dessen können wir ebenfalls sicher sein.“

v.l Mori Dioubate, Sabine Nusser, Dr.P.Herzberger-Fofana, Dr.Birgit Marenbach (Hinten) Mathilda Legitimus-Schleicher, Tina Modupe Laja,Marianne Ballé-Moudoumbou, Philomène Tabeme-Njikoufon „Black history Weeks“ Erlangen 21.10.1

Seine Lebensdevise „Vaterland oder Tod, wir werden siegen“, wurde ihm zum Verhängnis. Am 15. Oktober 1987 wurde der Staatschef mit zwölf seiner Mitarbeiter während einer Sitzungsrunde getötet. Der Putsch wurde von seinem Stellvertreter und damaligen Freund Blaise Compaoré verübt. Das war ein Brudermord, denn Blaise Compaoré war Vollwaise und wurde von Sankaras Eltern wie einen Sohn behandelt. Bis heute ist nicht hundertprozentig geklärt, wer genau den Präsidenten erschoss.

Sankara starb in der Blüte seiner Jahre. Er hinterließ seine Ehefrau Mariam Sankara und zwei Kinder. Thomas Sankara leuchtet als Ikone der afrikanischen postkolonialen Zeit am Himmel der Helden neben Patrice Lumumba und Nelson Mandela.

©PHF

Black History Weeks 2017 „Die afrikanische Diaspora und

ihre Geschichte(17.Oktober 2017- 28.Oktober 2017)

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