Dr. Pierrette Herzberger-Fofana

Nach ihrem Studium in Paris an der Sorbonne, München,Trier und einem Promotionsstudium an der Universität Erlangen-Nürnberg ist Dr. Pierrette Herzberger-Fofana als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Gymnasiallehrerin und Lehrbeauftragte a.D. an verschiedenen Universitäten Deutschlands tätig und veröffentlicht Forschungs-und Genderarbeiten auf Französisch und Deutsch, u.a über die afrikanische Diaspora.

Sie wurde in Mali als Tochter eines Apothekers und Dozenten an der medizinischen und pharmazeutischen Fakultät in Dakar (Senegal) und einer kapverdianischen Mutter geboren, wuchs in Dakar auf, wo sie für ihre überarbeitete Promotionsarbeit als erste Frau mit dem Staatspreis des Prä- sidenten Senegals für Forschung und Wissenschaft (Grand Prix du Président de la République du Sénégal) gewürdigt wurde. Schwerpunkte ihres Engagements sind Themen wie interkultureller Dialog/Integration, Diskriminierung und Rassismus, Bildung und Empowerment von Migrantinnen und Jugendlichen, Senioren*innen, Frauen. Sie ist die erste Afrikanerin, die in Deutschland in einen Stadtrat gewählt wurde.

Dr.Herzberger-Fofana ist Vorsitzende von „DaMigra“, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen und von „FORWARD Germany, Foundation for Women‘s Health Research and Development“ und engagiert sich damit gegen ritualisierte Gewalt an Frauen und Genital- beschneidung bei Migrantinnen. Zu diesem Thema sprach sie 2013 vor der UN- Frauenrechtskommission und 2015 bei der Menschen- rechtskommission in Genf. Sie ist außerdem Vorstandsfrau in der „Vereinigung der Mandatsträger*innen afrikanischer Abstammung“ und im „Zentralrat der Afrikanischen Gemeinden Deutschlands.“ Außerdem ist sie Gründungmitglied von „Migrantinnen Netzwerk Bayern“ und Mitglied der „Nürnberger Initiative für Afrika“ (NifA).

In Erlangen ist sie Mitbegründerin der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ und die Initiatorin von „Schule ohne Rassismus“ des Ohm-Gymnasiums. 2015 rief sie „Black History Weeks“, eine alljährliche Veranstaltung im Rahmen der UN-Dekade für Menschen afri- kanischer Abstammung (2015-2024) ins Leben, für die sie z.B. 2016 die Ausstellung „Verborgene Helden und Heldinnen des transatlan- tischen Sklavenhandels“ konzipierte und realisierte.

Dr. Herzberger-Fofana engagiert sich vielfältig auf lokaler, nationaler als auch internationaler Ebene und ist „Ritter des Ordens des Nati- onalverdienstes der Republik Senegal“ („Chevalier de l’Ordre du Mérite National“). Sie erhielt Anerkennung durch weitere renommierte Preise aus dem In- und Ausland – darunter USA, England, Senegal, Burkina- Faso – und wurde 2009 von der Bundesfamilienministerin mit dem Helene-Weber-Preis des BMFSFJ ausgezeichnet. Sie fördert vor Ort die Integrationspolitik.

Bei der Aufstellungsversammlung der bayrischen Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ in Augsburg wurde die langjährige Stadträtin, die be- reits 2014 für das Europaparlament kandidierte, zur Bundestagskandidatin für die Bundestagswahl 2017 aufgestellt.

Ich glaube, dass manche Demütigungen, subtiler Rassismus und Entmutigung, die Schwarze bzw. afrodeutsche Kinder erleben, großen Anteil an etwaigen Misserfolgen in der Schule haben.  Es ist mir daher stets eine Herzensangelegenheit, den Geist der Toleranz unter Jugendlichen aufrechtzuerhalten.

Mädchen und Jugendliche sollen in ihrem Mut bestärkt werden, die schulische Laufbahn erfolgreich durchzuführen, um optimistisch in die Zukunft zu blicken. Wir wollen die Kinder motivieren und sie auf verschiedene Weise bei ihrer Ausbildung unterstützen. Denn sie sind sehr wertvolle Jungs und Mädchen. Und dies sollen wir sie auch spüren lassen. Der Kampf gegen Rassismus erfordert Mut, Engagement und Aufklärungsarbeit.

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