© Dr. P. Herzberger-Fofana. The German Permanent Mission 12.3.18. Die ständige Deutsche Vertretung in New York.

Die Stimme Deutschlands bei der UN-Frauenrechtskommission in New-York

© Dr. P. Herzberger-Fofana. The German Permanent Mission 12.3.18. Die ständige Deutsche Vertretung in New York.

Die diesjährige Sitzung der Frauenrechtskommission (FRK Commission on the Status of Women (CSW)) fand in New-York im Hauptquartier der UNO vom 12. März bis zum 23. März 2018 statt. Delegierte aus der Zivilgesellschaft sowie Regierungsvertreter aus der ganzen Welt nahmen an dieser wichtigen Sitzung teil.

© Dr. P. Herzberger-Fofana..Die Regierungsdelegation in New York 12.3.2018

Die Themen

Die Frauenrechtskommission untersucht primär die Herausforderungen und Chancen für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten.

 

 

 

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

Vorsitzende von DaMigra  bei der Frauenrechtskommission der UNO

Aus Deutschland nahmen über 50 bei der ECOSOS akkreditierte Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen teil – über 10 davon als Teil der Regierungsdelegation. Auf Einladung der Bundesregierung war die Vorsitzende von Damigra (Dachverband der Migrantinnenorganisation) und Stadträtin Dr. Pierrette Herzberger-Fofana als Mitglied der Regierungsdelegation mit Diplomatenstatus vor Ort. Die deutsche Delegation wurde von Frau Elke Ferner, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, angeführt.

©Dr. P. Herzberger-Fofana und Frau Phumzile Mlambo-Ngcuka

 

 

 

Frau Phumzile Mlambo-Ngcuka, stellvertretende Generalsekretärin der UN und Präsidentin des UN-Women, eröffnete die Sitzung und leitete während dieser Woche mehrere sehr gut besuchte Workshops, wie z. B. über die Gender-Parität innerhalb der internationalen und nationalen Institutionen. Das Gefälle der Löhne zwischen Mann und Frau ist ein globales Phänomen und verlangt konkrete Lösungen.

 

 

 

 

Deutsche Stimmen in New-York

©Dr. P. Herzberger-Fofana v. l. Elke Ferner, parlamentarische Staatssekretärin, und Frau Küppers Vorsitzende „Deutscher Frauenrat

 

 

Die parlamentarische Sekretärin ging in ihrem Beitrag auch auf diese Thematik ein. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“  ist in Deutschland eine der Hauptforderung der Frauenverbände. In ihrem Beitrag Sharing good practice on how we strive for equal pay“ unterstützte auch Elke Ferner diese Forderung, die von allen Frauenorganisationen erhoben wird und skizzierte die Bemühungen der Bundesregierung in dieser brisanten Frage. Denn bis heute gibt es kein Land auf der Welt ohne Lohnungleichheit.

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

Zwar haben die Frauen viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun. Die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie bleibt für viele Frauen eine Herausforderung. Die Suche nach einem Kindergartenplatz ist für Frauen aus ländlichen Gebieten ein Albtraum. Nicht alle kleine Gemeinden haben genügende Kindergartenplätze zur Verfügung. Mütter werden gezwungen ihren Beruf die ersten Jahre nach der Geburt aufzugeben und finden später schwer wieder den Anschluss. Außerdem sind in manche Regionen Ganztagsklassen ein Wunschtraum. Gerade für ein hochentwickeltes Land wie Deutschland ist in ländlichen Gebieten der schlechte Internetanschluss ein gravierendes Problem. Dies verstärkt die Isolation der jungen Mütter  sowie ihre Mobilität mit öffentlichem Nahverkehr, der nicht überall in ländlichen Gebieten gesichert ist.

Im Rahmen der Frauenrechtskommission hielt die parlamentarische Staatssekretärin mehrere Reden und beteiligte sich an den ministeriellen Runden Tischen. Sie nahm auch am „Interactiven Dialogue“ zur Umsetzung der Ergebnisse der Frauenrechtskommission und am Interactiven Dialogue zum Überprüfungsthema Frauen und Medien teil.

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

 

 

 

Die ständige Vertretung Deutschlands in New York veranstaltete verschiedene Diskussionen um die Entwicklungspolitik der Bundesregierung in Afrika – z. B. einen Workshop über die Kinderehe unter dem Titel „Advancing the Development of Rural Women and Girls by Ending Child Marriage”.

 

Deutsche Projekte

Diese Veranstaltung löste eine rege Diskussion aus. Die Sonderbeauftragte der Afrikanischen Union für Frauen, Frieden und Sicherheit erläuterte den Standpunkt der afrikanischen Länder. Übereinstimmend waren alle Teilnehmerinnen der Meinung, dass die Frühehe die Emanzipationsbestrebungen der Mädchen, bremst und ihre Chancengleichheit, sowie sich ein Leben unabhängig von einem ehelichen Status aufzubauen, beeinträchtigt oder vermidert. Die Mädchen verlassen frühzeitig die Schule und müssen sich in die lange Schlange der ungebildeten und erwerbslosen Frauen Afrikas einreihen. Denn Bildung ist in den Worten von Mandela «die mächtigste Waffe, die man benutzen kann, um die Welt zu ändern».

©Dr. P. Herzberger-Fofana mit Stephanie Braun,Projektleiteiterin in Namibia

 

 

 

Unter den verschiedenen von Deutschland vorgestellten Entwicklungsprojekten  unterstrich die Projektleiterin, die Workshops, die in Namibia und Malawi durchgeführt werden, um Frauen zu ihrem Landrecht zu verhelfen. In den meisten Fällen sind die Frauen, ob verheiratet, alleinstehend oder Witwe nicht Besitzerin des Landes, das sie bebauen. Zwar ist in der namibischen Verfassung das Recht verankert, dass Frauen Land erwerben können –  aber dieses Recht wird von der  patriarchalen männlichen Bevölkerung blockiert. Aber dieses Recht stößt auf der Mentalität und starren Haltung der Männer, die auf die patriarchalischen Strukturen bestehen. Namibische Männer ziehen einheimische Gesetze anzuwenden vor und blockieren somit, dass die Frauen ihr demokratisches Recht: ein Land zu erwerben in Anspruch nehmen.

 

 

 

 

Deutschland und die Genitalverstümmelung

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Rahmen einer Debatte über Frühehe und Genitalverstümmelung trug die Autorin dieser Zeilen ihren Beitrag über „geflüchtete Frauen und Genitalverstümmlung“ vor. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat sich die Zahl der beschnittenen Frauen in Deutschland erhöht und beträgt zurzeit 50.000. Die Zuwanderung von Frauen aus dem Horn Afrikas (Äthiopien, Somalia und Eritrea) bringt die deutschen Frauenärzten und Hebammen in ein Dilemma. Denn für die meisten von ihnen war es das erste Mal, dass sie mit der Problematik weiblichen Beschneidung im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft konfrontiert wurden.

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In manchen Fällen verlangten Frauen, die als Kind beschnitten wurden, dass sie erneut nach der Entbindung beschnitten werden wollen. Ärzte sollen –nach dem hippokratischen Eid, den sie leisten, jedoch Menschen helfen und die Unversehrtheit des Körpers beachten. Ein 2013 verabschiedetes Gesetz verbietet auch einen solchen Eingriff. Sämtliche Frauenorganisationen hierzulande, die für die „Null Toleranz“ bei Genitalverstümmelung kämpfen, unterstützen die ablehnende Haltung des medizinischen Personals, auch wenn manche Ehemänner Druck ausüben und verlangen, dass Frauenärzte die Exzision durchführen. Die Aktivistinnen intensivieren ihre Bemühungen, um den betroffenen Frauen klar zu machen, dass wir alle die afrikanischen Kulturen respektieren aber die Zeit gekommen ist, dass bestimmte gesundheitsschädliche Traditionen aufgegeben werden.

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana mit der First Lady von Burkina Faso, Madame Sika Kabore, First Lady du Burkina-Faso, Botschafterin des guten Willens des « Inter-AFrikanischen Kommittee » für die Kampagne gegen die Genitalverstümmelung und Ehrenvorsitzende des nationalen Rats gegen die weibliche Beschneidung in Burkina Faso

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist kein Verrat an den afrikanischen Sitten, sondern wir wollen, dass sich der Kontinent weiterentwickelt. Dafür braucht Afrika gesunde Männer und Frauen, die diese Aufgabe übernehmen. Es ist ein schwerer Schritt für eine Jahrtausend alte Tradition, die vielleicht irgendwann ihre Berechtigung gehabt hat, aber in unserer jetzigen Welt keinen Platz mehr hat. Diese Aufklärungskampagne fordert viel Sensibilität, Spitzfindigkeit und Verständnis. Wir bedanken uns beim medizinischen Personal, dass sie sich dieser Herausforderung stellt. Denn sie sind tagtäglich mit diesen Problemen konfrontiert und helfen, dass Mädchen unversehrt geboren werden können und ihre Mütter kein unnötiges Leid ertragen müssen.

 

©Dr.P Herzberger-Fofana mit der Ministerin für Frauen, Gender. Madame Salimata Diop Dieng (Sénégal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Deutschland haben sich zwei Kliniken eine in Berlin und eine in Aachen, auf die Defibulation spezialisiert und geben betroffenen Frauen auf Wunsch ihre verlorene Sexualität zurück. Die Teilnehmerinnen haben uns ihre Solidarität zugesichert. Sie waren alle sehr überrascht darüber, dass die weibliche Beschneidung auch in Deutschland existiert und keinen Halt an den Grenzen Afrikas macht. Die Anwesenheit einer älteren Bäuerin aus Äthiopien, die mit 14 Jahren zwangsverheiratet wurde und mit 15 Jahren ihr erstes Baby unter schwierigsten Umständen bekam, ermutigte allen Teilnehmerinnen ihr Engagement fortzusetzen, damit eines Tages die Genitalverstümmelung (FGM) auf der ganzen Welt abgeschafft wird. Heute ist diese Frau, die engagierteste Anwältin im Kampf gegen die Genitalverstümmelung, die in ihrer Region nicht mehr durchgeführt wird.

 

 

Mit Mrs Jaha Dukureh(Gambia) Nominiert für den FriedensNobelpreis 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erfreulich war zu erfahren, dass eine Aktivistin aus Gambia, Mrs Jaha Dukureh für den diesjährigen Friedens-Nobelpreis 2018 nominiert ist. Wir drücken ganz fest die Daumen, denn sie hat mir versprochen meiner Einladung zu folgen und 2019 nach Erlangen zu kommen im Rahmen meiner geplanten Veranstaltung über FGM. Gambia und Senegal teilen die gleiche Kultur und Sprache, Wolof. In der wir uns unterhalten haben.

 

 

Politische Partizipation und Teilhabe: Jugend und Migrantinnen

Zur deutschen Delegation gehörten auch drei Jugendbeobachterinnen, die ihre Forderung nach mehr politischen Verantwortung und Teilhabe zum Ausdruck brachten.

©Dr. P. Herzberger-Fofana

 

 

 

 

 

 

 

Die letzten Bundestagswahlen im September 2017 haben einen Rückgang der politischen Mandate von Frauen in Deutschland ergeben. Frauen verfügen nur noch über 30% der Bundestagsmandate – in manchen afrikanischen Ländern wie Ruanda und Senegal ist der Frauenanteil höher. Dort ist die Parität Wirklichkeit. Es ist eigentlich ein Armutszeugnis für Deutschland, das ökonomisch mächtigste Land Europas, dass so wenige Frauen in Führungspositionen und im Parlament repräsentiert sind. Der unbedeutende Anteil der Frauen mit Migrationshintergrund hat dazu geführt, dass die Migrantinnenorganisationen eine Kampagne mit dem Ziel starten werden, dass bei den nächsten Bundestagswahlen mehr Migrantinnen in den Bundestag gewählt werden. Der Bundestag muss die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln.

©Dr. P. Herzberger-Fofana mit MdB Nicole Bauer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewalt gegen Frauen

Mehrere Workshops behandelten die Thematik Gewalt unter verschiedenen  Aspekten. So wurden manche Debatten sehr emotional geführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Vertreter aus Karachi brach in Tränen aus, als er über die Vergewaltigungsfälle in seinem Land durch indische Truppen berichtete. Mit einer Schweigeminute wurde dem Tod einer Frau durch eheliche Gewalt ihres Mannes in Kongo gedacht. Sie erlag einer Woche zuvor ihren Verletzungen. Angesprochen wurde auch digitale Gewalt, sie stellt eine neue Form mit dramatischen Folgen dar.

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana Mit Mme Madame Chantal SAFU LOPUSA, Staatsministerin für Gender, Kinder und Familien, Demokratische Republik Kongo

 

 

 

©Dr. P. Herzberger-Fofana Mit Frau Küppers.Vorsitzende „Deutscher Frauenrat“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlussfolgerungen

In New-York plädierten alle Frauen dafür, dass es ihr innigster Wunsch ist, in einer gewaltfreien Welt zu leben, in der die berechtigten Forderungen der Frauen ernst genommen werden. Wir wollen allen Frauen und Männern der nächsten Generationen eine friedliche Welt hinterlassen, in der sich alle je nach ihrer Neigung, Begabung und Überzeugungen entfalten können.

 

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Quelle:

  1. Pierrette Herzberger-Fofana «Voix de femmes à l’ONU. New-York” wwww.africpost.com 25.3.2018

3 Pierrette Herzberger-Fofana «Voix féminine du Sénégal  à New –York» www. Lesoleil online 26.3.2018  http://www.lesoleil.sn/component/k2/item/77182-voix-feminine-du-senegal-a-new-york.html;

3a Pierrette Herzerger-Fofana La voix féminine du Sénégal à New-York »

www.laviesenegalaise.com

https://www.leral.net/La-voix-feminine-du-Senegal-a-New-York. http://fr.allafrica.com/stories/201803260415.html

3.http://www.sen360.fr/actualite/la-voix-feminine-du-senegal-a-new-york-1002596.html

4.https://www.igfm.sn/la-voix-feminine-du-senegal-a-new-york/19.3.

 

Mein facebook: https://www.facebook.com/pierrette.herzbergerfofana; Meine Website: http://pierrette-herzberger-fofana.de/

 

 

 

 

 

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